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Die Gilde der
Wachhabenden

Es gibt keine Mitgliederliste, keine Beiträge, keine Versammlungen und kein Haus. Es gibt nur Leute, die in einer Runde als erste sagen: Ich halte Wacht. Daran erkennen sie einander, und mehr braucht es nicht.

Was überliefert ist

Zwischen 1945 und 1950 waren die Verbindungen aufgelöst, die Häuser fort, die Bücher verschwunden. Vom Dreieck existieren aus diesen Jahren keinerlei Aufzeichnungen — und danach existierte es wieder, vollständig, mit allen vierzehn Paragraphen.

Irgendwer hat in dieser Zeit den Wortlaut gehalten. Wer, sagt niemand. Daß es jemand war, bestreitet auch niemand.

Die drei Pflichten
IIn jeder neuen Runde die erste Wacht übernehmen, ehe man darum gebeten wird.
IIKein offenes Dreieck unbeachtet lassen, gleich in wessen Gesellschaft es steht.
IIIDen Wortlaut weitergeben, wörtlich. Verbessern darf ihn, wer zweihundert Jahre gewartet hat.
Das Erkennungszeichen

Wer einem Wachhabenden zutrinkt, setzt den Krug kurz ab, ehe er ihn hebt — eine Pause von einem Atemzug. Wer sie erwidert, gehört dazu. Wer sie nicht bemerkt, hat nichts verloren.

Das ist der ganze Ritus. Er wurde absichtlich so gewählt, daß er unter keinen Umständen albern aussieht.

Aufnahme

Es gibt kein Verfahren. Man tritt nicht bei, man verhält sich einfach entsprechend — und irgendwann bemerkt es jemand.

Sollte Euch nach dem Lesen dieser Seite in einer Runde jemand den Krug kurz absetzen sehen und dabei nichts sagen: Es ist bereits geschehen.