Münchener Dreieck

Die (wiederentdeckte) Tradition der bayerischen Kameraden seit 1813

Vier bayerische Soldaten trinken Bier, 1813
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Die Geschichte

1813. Die bayerische Armee kämpft in den Wirren der Befreiungskriege gegen Napoleon. Inmitten der rauen Feldzüge fanden sich die Münchener Trupps oft in einer besonderen Konstellation wieder: Drei ranghöhere Soldaten zogen mit einem rangniedrigeren ins Feld.

Nach hartem Kampf, zerschunden und durstend nach einem kühlen Bier, war die Rast stets bedroht vom allgegenwärtigen Feind. Um nicht unbedarft "den Uhu vom Ast zu bolzen" und ins Verderben zu rennen, schufen die Münchener Soldaten aus der Not heraus eine eherne Regel: Das Dreieck.

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Das Ritual

Der Ablauf ist präzise, zollt der Kameradschaft Tribut und verlangt Achtsamkeit.

  1. Ein Kamerad (meist der Jüngste) wird zum Wachhabenden ernannt und sichert die Umgebung.
  2. Die drei anderen stoßen gemeinsam an:
    „Auf das Münchener Dreieck, Kameraden!“
  3. Die drei leeren ihre Gläser in einem Zug (auf Ex).
  4. Anschließend darf der Wachhabende trinken.
  5. Man bedankt sich ehrenvoll bei ihm:
    „Dank dem Wachhabenden!“

Ein Brauch im Wandel der Zeit

Dokument I Feldpostbrief, Völkerschlacht bei Leipzig, 1813
„Liebste Mutter! Der Franzos' treibt uns hart, doch die Moral der Truppe ist ungebrochen. Gestern, nach hitzigem Gefecht, ward der Durst unerträglich. Wir vier aus der Münchener Schwadron übten uns abermals im ‚Münchener Dreieck‘. Der junge Schorschi hielt wacker Wacht im Schlamm, derweil wir Älteren das kühle Nass in einem Zuge leerten. Ein formidabler Brauch, der in diesen dunklen Stunden Leib und Seele beisammenhält!“
Dokument II Tagebucheintrag eines Couleurstudenten, 1895
„Welch ein feuchtfröhlicher Kommers ward gestern geschlagen! Zu später Stund', als der Prunktisch bereits von Bierschaum benetzt war, besannen wir uns auf die alten heroischen Tugenden der Vorväter. Zu viert zelebrierten wir das ‚Münchener Dreieck‘ mit größter Akkuratesse. Der Fuchs stand Wache an der Tür zum Kneipsaal, indes wir Burschen dem feinen Gerstensaft die Ehre erwiesen. Ein Hoch auf die wehrhafte Tradition des Comment!“
Dokument III Postkarte aus Schwabing, 1968
„Servus Franz! Die Vorlesungen sind mal wieder staubtrocken, aber die Abende im Englischen Garten umso feuchter. Gestern mit den Jungs am Monopteros gesessen und das gute alte ‚Münchener Dreieck‘ ausgepackt. Der Schmitzi musste Schmiere stehen wegen der Parkaufsicht! Haben Tränen gelacht. Es lebe die bajuwarische Dreifaltigkeit des Bieres! Prost, dein Kalle.“
Dokument IV Chatprotokoll, München, Letzter Freitag
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Die Zuhausis 🍻
Tobi, Max, Leo, Du
Jungs, gestern Abend war absolut wild! 🚀
Safe! Als wir das Münchener Dreieck auf der Tanzfläche gezogen haben... Geisteskrank! 😂
Bro, ich musste Wache schieben bei den Toiletten, während ihr geext habt. Nächstes Mal tauschen wir! 😤
Dank dem Wachhabenden! 🙏🍻 Nächste Runde geht auf mich, Macher!